Erfahrungsbericht: maconda beim Deutschen Verpackungsinstitut DVI

maconda-News April 2016

maconda möchte immer auf dem aktuellen „Stand der Technik“ bleiben. Wir legen großen Wert auf einen fundierten Hintergrund unserer Berater in den von uns schwerpunktmäßig betreuten Branchen. So auch in der vielschichtigen und dynamischen Verpackungsbranche! Erst kürzlich hat maconda wieder an einem Fortbildungsseminar teilgenommen, diesmal beim renommierten Deutschen Verpackungsinstitut DVI. Vor diesem Hintergrund möchten wir über aktuelle Entwicklungen im Markt für flexible Verpackungen im Jahr 2016 und darüber hinaus berichten.

Derzeit lassen sich drei wesentliche Trends erkennen, die den Markt für flexible Verpackungen aktuell und mittelfristig stark treiben werden: (1) die Verringerung von Wandstärken zur Kostenoptimierung, (2) die Entwicklung von Hochleistungsfolien mit spezifischen Eigenschaften und (3) aktive bzw. intelligente Verpackungen, die unter dem Oberbegriff „Smart Packaging“ zusammengefasst werden.

Trend 1: Verringerung von Wandstärken

Flexible Verpackungen benötigen deutlich weniger Material und Energie und können dadurch wesentlich kostengünstiger produziert werden als formgebende, rigide Verpackungen. Daneben können auch Kosten für Lagerung und Transport durch den Einsatz flexibler Verpackungslösungen deutlich reduziert werden. Zur Optimierung der Kostenstruktur, aber auch zur Reduzierung des Abfallvolumens, verlangt die Industrie nach immer dünneren Verpackungslösungen. Dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen: als Vorreiter dieser Entwicklung gilt der bei Konsumenten immer beliebter werdende – und auch von Markenartiklern immer häufiger eingesetzte – Standbodenbeutel (stand-up pouch). Er verbindet die geforderten Kriterien an Vielseitigkeit, Sicherheit und einen niedrigen Preispunkt mit der Fähigkeit, im Verkaufsregal selbständig zu stehen. Aufgrund dieser Aspekte wird der Standbodenbeutel in den kommenden Jahren zunehmend beliebter werden und einen Wachstumsmotor für den Gesamtmarkt flexibler Verpackungen darstellen. Aber auch in anderen Anwendungsfeldern werden flexible Verpackungen formgebenden Lösungen weiter Marktanteile streitig machen.

Trend 2: Hochleistungsfolien mit spezifischen Eigenschaften

Dünnere Wandstärken und höhere Anforderungen an mögliche Formsprachen verlangen Höchstleistung von den eingesetzten Materialien bzw. Materialverbünden, den sogenannten multi-layer Laminaten. Im Food-Segment, einem der Hauptanwendungsfelder von Folien als Primärverpackungen, gewinnen weniger luftdurchlässige Verbund­strukturen weiter an Bedeutung. Diese erhöhen die Haltbarkeit – und damit das „shelf-life“ – der Lebensmittel zum Teil deutlich und reduzieren gleichzeitig einen möglichen Geschmacksverlust. Durch eine Kombination verschiedener Folienschichten (layer) können Verpackungen zudem ideal an die Bedürfnisse der verpackten Produkte angepasst werden. Bereits heute können Folienhersteller Mehrschichtfolien aus einer Vielzahl von layern herstellen und diese mit vielfältigen Eigenschaften hinsichtlich Durchstoßfestigkeit, Sauerstoffbarriere und Schrumpfeigenschaften ausstatten. Der anhaltende Erfolg von flexiblen Verpackungen als Ersatz für Glas- oder Metallverpackungen kann unmittelbar auf die erhebliche Verbesserung der Barriereeigenschaften, insbesondere von transparenten Kunststofffolien zurückgeführt werden. Die Entwicklung von immer ausgeklügelteren Barrierematerialien für Verpackungen wird auch zukünftig als treibende Kraft zur Herstellung wertsteigernder flexibler Verpackungen führen.

Trend 3: Smart Packaging

Insbesondere im Lebensmittelbereich, aber auch bei Pharmazeutika, gibt es heute eine Reihe aktiver und intelligenter Verpackungs­lösungen, deren Eigenschaften über den reinen Schutz des Produktes hinausgehen. Aktive Verpackungen können entweder bestimmte Substanzen an das verpackte Lebensmittel abgeben aber auch unerwünschte Gase auffangen und neutralisieren. Spezielle Absorber tragen zur Reduzierung von Sauerstoff und so zur längeren Haltbarkeit frischer Lebensmittel oder Getränke bei. Intelligente Verpackungen geben beispielsweise über farbliche Veränderungen Auskunft über den Zustand des Produkts (z.B. sogenannte Zeit-Temperatur-Indikatoren oder Frische-Labels). Gedruckte Elektronik kommuniziert sogar über Licht oder akustische Signale mit dem Verwender, beispielsweise durch in pharmazeutische Faltschachteln eingearbeitete Chips, Leuchtdioden oder Mini-Lautsprecher. Diese erinnern den Patienten an die Einnahme seines Medikaments und sollen so zum einen Komfort für den Anwender erhöhen als auch den Absatz der Produkte. RFID-Chips speichern Daten wie Abfüllort oder Herstelldatum und sorgen so für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Ware. Aufgrund sinkender Kosten, insbesondere für intelligente Verpackungslösungen, sollte unseres Erachtens zukünftig mit weiterem Wachstum in diesem Marktsegment gerechnet werden.